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Angedacht - „Fühl dich wie zuhause!“

07. Juni 2019 11:45 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW

Foto: Peggy & Marco Lachmann-Anke, Pixabay.com

Gedanken zu einer besondere Einladung

Die Landesregierung von NRW hat in der vergangenen Woche den Bußgeldkatalog Umwelt aktualisiert. Vom achtlos weggeworfenen Getränkebecher bis zu illegal entsorgtem Sondermüll ist haarklein aufgelistet, was derartiges Verhalten an Bußgeld nach sich zieht.

Stellen wir uns einmal vor, wir erhalten die Einladung, jemanden das erste Mal bei sich zuhause zu besuchen. Es ist kein besonderer Anlass, der dieser Einladung zugrunde liegt. Es geht einfach nur darum, einen Zeitabschnitt unseres Lebens miteinander zu teilen. Wir sind aufgefordert, ganz ungezwungen, ohne irgendwelche Vorgaben bei der Kleidung o.ä. zu kommen.

Rückt so ein Termin näher, bewegen mich häufig Gedanken wie: „Was ziehe ich an? Wie wird es bei dem Gastgeber aussehen? Worauf sollte ich achten?“ und so weiter.

Wenn ich dann angekommen bin, der Gastgeber mich begrüßt hat, folgt nicht selten die Aufforderung, die wir alle schon von zig anderen Besuchen kennen: „Fühle dich ganz wie zuhause!“ Damit ist klar, dem Gastgeber ist daran gelegen, dass ich mich in seinem Haus wohlfühle.

Gott hat Eva und Adam, also uns Menschen, auch in sein Haus eingeladen. Nicht in seinen Tempel oder in seine Kirchengebäude, die von den Menschen rund um den Globus so zahlreich betrieben werden. Er hat uns in seine Welt, sein Wohnzimmer eingeladen. Dabei hat er die ersten ‚Besucher’ auch aufgefordert, sich ganz wie zuhause zu fühlen. Anders, als bei uns, wo dieser Wunsch eher die Form einer Floskel einnimmt, hat Gott das ganz bewusst formuliert und wohl auch absolut ernst gemeint.

Da stehen wir nun in Gottes Wohnzimmer und fühlen uns wie zuhause, oder???

Zurück zu der eingangs erwähnten Einladung. Wahrscheinlich würde niemand von uns auf die Idee kommen, den Gastgeber beim Wort zu nehmen und seine Serviette, etwaige Speisereste oder sonstigen Müll achtlos oder gar bewusst auf seinem Teppich entsorgen. Erstens gehört es sich nicht und zweites tut man so etwas mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht im eigenen Zuhause.

Bleibt die Frage, warum es – auch für uns, die den Globus als Gottes Schöpfung ansehen, eines Bußgeldkatalogs bedarf, damit wir uns überall so zu verhalten, wie wir es selbstverständlich in den eigenen vier Wänden tun.

Unser Respekt dem Gastgeber gegenüber gebietet es uns, gemäß dem Auftrag an Eva und Adam, die Verantwortung für seine Schöpfung zu übernehmen.

Eine gesegnete Zeit, auf dass jeder sich immer und überall wie zuhause fühle!

Manuel Ben

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