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Angedacht - Besenrein

11. Januar 2019 10:15 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW

Foto: Mabel Amber

Gedanken über Nachfolge

Die Wohnung ist gekündigt, alles, was noch eine sinnvolle Verwendung findet, ist aussortiert, Liebgewonnenes wurde sorgsam verpackt.... Doch in der Wohnung des Verstorbenen befinden sich noch so viele Dinge, für die es keine Verwendung mehr gibt und der Vermieter erwartet, dass die Wohnung bis zum Stichtag X geräumt ist.

Ein mühevoller Vorgang, der landauf landab zum Alltag gehört. Ehe jemand gefunden ist, der die letzten Räumungsarbeiten vornimmt, vergeht Zeit, es kostet Mühe und hat auch seinen Preis.

Wenn die Arbeit der Räumung abgeschlossen ist, steht der Wohnungsabnahme nur noch ein letzter Schritt bevor. In dem Vertrag heißt es, dass die Wohnung „besenrein“ zu übergeben ist.

Gemeint ist die Pflicht, die Wohnung in einem sauberen Zustand zu übergeben. Da die Ansicht über den besenreinen Zustand immer wieder zu Problemen und Streit geführt hat, wurde durch den Bundesgerichtshof eine Definition festgelegt, die besagt, dass mit einem Besen grob gereinigt worden ist.* Der Wohnungsübergabe steht nun nichts mehr im Wege.

In geistlichen Leben verlässt man seine „Wohnung“ nicht, aber um in dem Bild des Entrümpelns zu bleiben, es ist öfter angebracht mal aufzuräumen, sich von Ballast zu trennen und zu entrümpeln.

Besonderer Anlässe bedarf es dazu nicht. Es ist sogar sinnvoll, diesen Vorgang regelmäßig vorzunehmen.

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich das Urteil des Bundesgerichtshofes vor Augen, nach dem Entrümpeln überlege, wie sauber es denn in meinem Leben sein sollte. Wie sieht so ein besenreines Leben aus? Mal eben grob mit einem „Besen“ durchgefegt?

Von Jesu lesen wir, dass für ihn in Sachen Nachfolge „Besenreinheit“ ein absolutes No-Go ist. Er spricht in unterschiedlichen Situationen immer wieder von ganzer Nachfolge. (z.B. Joh 12,26)

Er ist es aber auch, der uns dabei nicht allein lässt. Wie ein Entrümpler sorgt er dafür, dass unsere „Lebenswohnung“ von allem befreit wird, was unnötig und schädlich ist, dass andererseits alles aufgehoben und gepflegt wird, was unserer Nachfolge dient – und das ganz im Sinne Gottes, nicht nur „besenrein“!

Eine gesegnete Zeit!

Manuel Bendig

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