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Angedacht - Entschleunigen

31. Oktober 2014 10:00 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW, Hansa, NIB, BW

Foto: Jorma Bork (pixelio.de)

Ab und zu sehe ich mich in meinem Bücherregal um. Ist da ein Buch, in das ich unbedingt noch einmal hineinschauen sollte? Oder gibt es gar eins, von dem ich mich trennen könnte? Bei dieser Aktion ist mir neulich ein Buch in die Hände gefallen, das ich vor einigen Jahren von einem Freund geschenkt bekommen habe. Es handelt sich um den Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny. Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Werk um einen Seefahrerroman. Über das Abenteuer und die Sehnsucht des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin. Auf den zweiten Blick aber entpuppt sich das Ganze zu einer Studie über die Zeit. Es geht um die Langsamkeit als Kunst, dem Rhythmus des Lebens Sinn zu verleihen.Hast du es schon mal versucht, in unserer schnelllebigen Zeit einen Gang zurück zu schalten? Hast du schon einmal den Anlauf genommen, nicht zu hetzten, dich nicht von dem Sog der Schnelllebigkeit gefangen nehmen zu lassen? Du sagt, dass das nicht geht? Hast du es auch versucht? In dieser Woche habe ich damit begonnen – und in der Tat ist das ein schwieriges Unterfangen – beim Autofahren gelassener, und damit automatisch langsamer zu werden. Was nicht bedeutet, dass ich nur noch mit Tempo 30 durch die Stadt krieche. Vielmehr ist es der Versuch gelassener auf eine gerade auf rot springender Ampel zu reagieren. Es ist der Versuch, dem Autofahrer vor mir, der den grünen Pfeil an der Ampel übersieht, nicht mit einem Hupkonzert auf die Sprünge zu helfen. Oder es ist die Geste, einem anderen Vorfahrt zu gewähren, obwohl ich auf der vorfahrtsberechtigten Straße unterwegs bin.Wie gesagt, es ist ein Versuch. Aber die Gelassenheit, die bereits den ersten paar Tagen entwachsen ist, hilft sicherlich nicht nur meinem Blutdruck.In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine ‘entschleunigte’ neue Woche!

Eine gesegnete Zeit

Manuel Bendig

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